|
Forschung & Entwicklung
Seit der Gründung der Firma GERB hat der Kunde bzw.
die Lösung der Schwingungsprobleme dieser Kunden im Mittelpunkt
aller Aktivitäten der GERB Ingenieure gestanden. Dies
setzt natürlich fortlaufende Forschung und Entwicklung voraus,
um mit den ständig wachsenden technischen Anforderung des Marktes
Schritt halten zu können.
Forschung und Entwicklung ist daher einer der wesentlichen Aufgabenbereiche
in der GERB Unternehmensgruppe.
Angefangen hat alles mit den ersten beiden vom Kaiserlichen Patentamt
erteilten Patenten der Jahre 1910
und 1913.
Auch für den heute in vielen Bereichen in unterschiedlichen
Varianten eingesetzte VISCO® Dämpfer wurde William Gerb
bereits 1938 ein Patent - Patentschrift
Nr. 659230 - unter dem Titel "Vorrichtung
zum Dämpfen von Schwingungen" erteilt. Dieses Patent
erstreckte sich bereits damals auf heute noch angewandte Dämpfungsprinzipien.
Bei GERB wird in der Regel keine Grundlagenforschung betrieben,
sondern wir legen grossen Wert darauf, möglichst mit hohem
Realitätsbezug zu forschen. Natürlich hat sich GERB
in der Vergangenheit - und wird dies auch in der Zukunft tun - an
Forschungsprojekten beteiligt, die zusammen mit Universitäten
und Technischen Hochschulen durchgeführt werden. Ein Beispiel
war ein Projekt über die elastische
Lagerung eines mehrstöckigen Wohnhauses über einer
U-Bahn-Linie auf Basis von Stahlfederelementen und VISCO® Dämpfern.
Mitte der 80er Jahre war dieses unter der Obhut von Prof. Stühler,
TU Berlin durchgeführte Vorhaben der Einstieg in das Arbeitsgebiet
der Schwingungsisolierung
von Gebäuden.
Eine weitere wichtige Aufgabe unserer Forschungs- und Entwicklungsabteilung
ist es, im Rahmen von Neuentwicklungen von VISCO® Dämpfern
und Federelementen die maßgebenden Kenngrößen meßtechnisch
zu ermitteln und gegebenenfalls Berechnungsverfahren zu entwickeln
oder zu verifizieren. Hierfür stehen eine Anzahl von Prüfständen
zur Verfügung, die sich an die jeweiligen Anforderungen anpassen
lassen.

Abb. 1 - SCHENCK
Prüfstand
Weitere Photos unserer
Prüfstände finden Sie in der Photogalerie dieses Bereiches.
Regelmässige Kontakte zu Prüfzentren im In- und Ausland
bestehen und werden nach Bedarf genutzt.
Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit im Bereich "Forschung
und Entwicklung" stellt heute das Arbeitsgebiet "Schwingungstilger"
dar. Weltweit wurde eine Vielzahl von Fußgänger- und
Straßenbrücken mit GERB-Schwingungstilgern ausgestattet.
Auch in Fußballstadien, Türmen oder turmartigen Bauwerken,
Gebäuden, Schornsteinen und unter Etagen-Decken sind GERB-Tilger
im Einsatz. Praktisch stellt jeder dieser Schwingungstilger eine
Sonderanfertigung dar und muß gewissen Tests unterzogen werden,
um die hohen Anforderungen an seine Wirkung gewährleisten zu
können.
Eines der spektakulärsten Beispiele der jüngeren Zeit
ist die Millennium
Bridge in London, einer von Sir Norman Foster konstruierten
Fußgängerbrücke über die Themse, die unmittelbar
nach Inbetriebnahme wegen starker Schwingungen wieder geschlossen
werden mußte. Um die dort aufgetretenen Schwingungsprobleme
erfolgreich unter Kontrolle zu bringen, wurde ein ausgeklügeltes
System entworfen.

Abb. 2 - Schwingungsanregung eines mehrdimensional wirkenden Schwingungstilgers
Zunächst wurde beabsichtigt, die aufgetretenen Probleme mittels
vier mehrdimensional wirkender Schwingungstilger unter Kontrolle
zu bringen. Hierfür wurde von GERB ein Prototyp (siehe
Abb.2) entwickelt. Obwohl die damit vor Ort durchgeführten
Messungen erfolgversprechend waren, entschied sich der Bauherr für
eine alternative Lösung.
Es wurden schließlich neben Stoßdämpfern insgesamt
58 GERB-Schwingungstilger in 12 unterschiedlichen Bauformen
entwickelt, konstruiert, gefertigt und montiert - ein Beispiel siehe
Abb. 3. Hierbei gab es zahlreiche besondere Anforderungen, nicht
nur an die geometrischen und optischen Randbedingungen, sondern
vor allem auch an die technischen Eigenschaften der zum Einsatz
kommenden VISCO® Dämpfer, so dass von unserer Forschungs-
und Entwicklungsabteilung ein ganz neues Dämpfer-Konzept entwickelt
werden musste.

Abb. 3 - Vertikaltilger
Weiter wurde vom Endkunden ein umfangreiches Meß- und Prüfprogramm
gefordert, um die Einhaltung der geforderten Toleranzen hinsichtlich
Frequenz, Masse und Dämpfung der Tilger nachzuweisen.
Durch ausführlichen Tests nach Einbau des Tilgersystems wurde
die Funktionstüchtigkeit bewiesen. Die Jahrhundert-Brücke
konnte nach Einbau dieser Tilger wieder freigegeben werden.
|